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Reisen
Meine Wahl - Pfingsten nach Bilstein
Wie es in 2009 war, könnt Ihr hier nachlesen und auf unserer DIA-Show sehen.
"Habt Ihr wieder super organisiert. Habe viel gespielt und mal wieder nicht alles geschafft; also Spaßfaktor 100 - Langeweile 0. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr" verabschiedete sich Peter Lauterbach am Dienstagmorgen nach Pfingsten vom Team.
Der Spaßfaktor begann schon mit der Anreise am Freitag, denn die Sonne lachte und dieses Lachen hielt das ganze Wochenende an. Bei soviel Sonne machte es für die Münchner nur halb so viel aus, bis Würzburg bereits vier Stunden im Stau zu stehen und entsprechend spät das Ziel zu erreichen. Alle anderen konnten nach reichhaltigen Abendessen den ersten Bilstein-Abend einläuten.
Nach der Begrüßung durch die Hotelierfamilie Franzen und das diesjährige Team (Anke Hötzel, Maria und Franz-Peter Eicke, Michael Biada, Wolfgang Drötboom) hieß es denn auch gleich "Geisterstunde in Bilstein". Das Team hatte dieses alte Schmid-Spiel ausgekramt und alle Teilnehmer konnten feststellen, dass es auch nach über 20 Jahren noch viel Spaß macht. "Bist Du ein gutes oder böses Gespenst?" Das ist eine knifflige Frage. Denn wer kann sich da schon sicher sein. Vielleicht hat der Gegner auch nur gewollt, dass man denkt, es ist ein böses Gespenst? Und der nächste Zug bringt schon den Sieg… Matthias Ruoff hat es geschafft, in mehreren Runden als Bester die guten und bösen Geister zu unterscheiden und damit im Finale den Sieg gegen Dröti errungen. Den dritten Platz belegte Jörg Schmincke.
Am nächsten Tag schlug es noch einmal, für alle Junioren, die am Vorabend schon in der "Kiste" lagen, zur Geisterstunde. Hier konnte sich Jarne Trapp nach mehreren hart erkämpften Runden durchsetzen.
Boule - ein Traditional
Schon vor der diesjährigen Spielreise an Pfingsten nach Bilstein wurde ja gemunkelt: "Ja, wenn das A-Team reist, kann es doch nur schönes Wetter geben." Wie recht sollte doch die Spielerin haben: Bei schönstem Wetter wurde wieder das inzwischen schon traditionelle Boule-Turnier eröffnet. Nicht weniger als 14 Teams hatten sich angemeldet, das kleine Schwein mit den schweren Metallkugeln zu jagen. Ein ausgeklügeltes Turniersystem nach Schweizer Art ermöglichte allen Spielerinnen und Spielern bis zum Schluss ein spannendes Turnier zu erleben und mitzuspielen. Schön früh zeichnete sich ab, dass die gesetzten Favoriten Helga und Weiko am besten das anspruchsvolle Gelände am schön gelegenen Sportplatz in Bilstein lesen konnten. Präzise legten und schossen sie die Kugeln, so dass die sich tapfer wehrenden Spielpartner letztendlich die nachfolgenden Platzierungen belegen mussten.
Der Anspruch in diesem legendären Turnier stieg noch einmal, als der Sportplatz jungen dynamischen Fußballspielern zum Training überlassen wurde und auf schmalen Wegen die Spieler/inn/en ihr wahres Können beim Platzieren der Kugeln zeigen mussten. Der häufige Ruf nach Schiedsrichter mit Messband bestätigte das hohe Niveau: Nur noch Millimeter entschieden über Sieg oder Niederlage. Dramatisch war das alles nicht: zwischendurch stärkten sich alle bei guten Rotwein und Baguette, denn ohne diese Zutaten ist ein echtes französisches Boule-Turnier undenkbar.
Nach fast vierstündigem Turnier und 14 Flaschen Rotwein standen die Sieger fest. Die attraktiven Spielepreise wurden dann am nächsten Tag im Rahmen der Fotosession vor dem Hotel überreicht. Leider hatten sich die Gewinner (Helga und Weiko) schon frühzeitig verabschieden müssen, so dass hier nur eine Gedenkminute blieb. Tommi Bodinek und Martin Bernpaintner erhielten für den souveränen zweiten Platz, genauso wie Ulli Hegemann mit Toni Hickl (Platz 3) und Sylvia Schweers mit Thomas Kutzas (Platz 3) die freie Auswahl. Für besondere herausragende Leistungen wurden drei Sonderpreise vergeben: Susanne Kaiser und Lutz Lerch, die mit Spielernachwuchs im Bauch teilnahmen, freuten sich über das Spiel "Wir sind schwanger", den Trostpreis ("Drahtseilakt") erhielten Elisabeth und Matthias Ruoff. Dorle Burgdorf und Ruth Bittner erhielten für den strategischen Einsatz des hervorragenden Rotweins als Sonderpreis das Spiel "Weinhändler".
Alle Aktiven und Zuschauer waren sich einig, dass Boule inzwischen unlösbar mit der Pfingstreise nach Bilstein verbunden werden sollte und spätestens in zwei Jahren wieder die Kugeln geworfen werden.
Schon am ersten Morgen war dann wieder einiges los im Kinderspielraum - Wer hat größte Geschick und die sicherste Hand? Das war hier die große Frage. Ziel war, verschieden große Spielsteine auf einer runden wackeligen Platte zu platzieren. Und damit nicht genug: Nach der ersten Runde wurde im Zweier-Team gespielt. Einem Kind wurden die Augen verbunden und ein anderes musste die richtigen Regieanweisungen geben. Der eine oder andere erwies dabei großes Geschick. Malte Hegemann schaffte es, die meisten Punkte zu balancieren, jedoch dicht gefolgt von den beiden Schwestern Lucia und Saskia Britz.
Der Vorstand gibt das amtliche Wahlergebnis bekannt:
Sieger mit 322 Mandaten wurde die SFP = Spiel+Freizeit Partei, dicht gefolgt von der Partei "Pommes Rot-Weiß" und dem Slogan: "Ohne uns schmeckt´s nicht" , die es immerhin auf 320 Mandate im neu zu wählenden Bilsteiner EU-Parlament brachte.
Bevor jedoch diese stolzen Zahlen gefeiert werden konnten, ging es auf der vorgezogenen Bilsteiner Wahlparty auf eine Ochsentour durch 16 europäische Länder. Hier galt es, in vier Spielrunden jeweils die absolute Mehrheit an Mandaten zu gewinnen. Waghalsige Koalitionen, großmundige Wahlversprechen und "schwarz" bezahlte Mandatsträger prägten auch diesen Wahlkampf.
Dessen absoluter Star war Jungpolitiker Felix Eicke, der in seiner mitreißenden Wahlrede als Spitzenkandidat der "FFE = Freie Furzer Europas" eine Lanze für die Furzer und Pupser brach. Erwartungsgemäß stieß Name und Parteizweck bei der eher konservativen Jury für den besten Partei-Namen allerdings nicht auf sehr viel Zuneigung, so dass die Pupser am Ende nur auf Platz vier rangierten. "Feiern, feiern, feiern" lautete das Motto der Fähnchen schwenkenden Party-Partei, die während des Wahlkampfes immerhin 66 % Mitgliederzuwachs verzeichnen konnte. Trotz dieser beballten Partylaune reichte es dann doch nur für Platz drei, denn beim EU-Experten-Quiz, knickten die Experten aus Malle und dem Sauerlandstern trotz diverser Doping-Drinks, wie Bananen-Weizen und KiBa, mitleidenswert ein.
Auch wenn das Interesse an der Wahlparty ähnlich gering wie erfahrungsgemäß bei der Europa-Wahl ist, strahlten alle Wahlsieger und -verlierer um die Wette, denn sie wurden vom Wahlvolk mit Applaus und Preisen für ihr Engagement belohnt. Unterstützt wurde die Spielbaustellen-Wahlpartie von den großen Parteien mit Infos, Plakaten, Give-Aways und Deko-Material. Wir verraten allerdings nicht, welche Partei uns dabei die 100 nicht-schreibenden Kulis lieferte.
Premiere hatte in diesem Jahre das "User-Tool" - denn hier machen Teilnehmende selbst das Programm. Dieses bestand allerdings nicht aus "catchen" - wie im Programm zu lesen war, sondern aus einer Einführung in die elektronische Schatzsuche, dem "Geocache". Nachdem Klaus Zündorf sehr anschaulich einen theoretischen Einstieg geliefert hatte, ging es, ausgestattet mit mehreren GPS-Geräten und fachkundiger Begleitung, los.
Hierzu ein Zitat, dass wir auf der Seite www.geocaching.com gefunden haben: "Nach Vermittelung der theoretischen Grundlagen des Geocachens durch die Kölschkäscher während unseres gemeinsamen Brettspielwochenendes in Bilstein, ging es anschließend mit einigen erfahrenen Brettspielern, die aber noch "Cache-Frischlinge" sind, zum Outdoorteil. In wechselnden Besetzungen mit DekuDojo, El KarMa, Kölschkäscher und salima haben wir ein bißchen "betreutes Cachen" angeboten, war aber gar nicht wirklich nötig, das Döschen wurde auch ohne unsere Hilfe recht bald entdeckt. Danke für den Cache, kesteri". Wer jetzt nur noch Bahnhof versteht, sollte mal in die gleichnamige deutsche Seite mit dem Kürzel .de schauen. Dort steht eine Erklärung. Aber Spaß hat´s gemacht.
Am Ende eines abwechslungsreichen und prallvoll mit Spielen ausgefüllten, sonnigen Spiel-Wochenendes in dem sehr gastfreundlichen, stilvollen Hotel "Faerber-Luig" in Lennestadt-Bilstein stellten sich die Teilnehmer einer spielerischen Herausforderung, indem sie sich ein DOMINION ("Mein Dominion") schaffen wollten. Der Verlag "Hans im Glück" uns hat dankenswerterweise die Spiele für dieses Turnier und einige schöne Preise kostenlos zur Verfügung gestellt. Gespielt wurde mit den Themendecks "Geld regiert die Welt", "Widrige Umstände" und " Durch die weiten Lande. Dabei wurden an den Tischen auch die Siegpunkte, die Anzahl der Spielzüge und die Anzahl der gebrauchten Aktionskarten notiert.
In einem Turnier über drei Runden versuchten die Teilnehmenden die meisten Siegpunkte an den vielen Spieltischen zu erringen. Schließlich wurden Erika, Sarah und Klaus punktgleich Rang-Erste mit 19 Platzierungspunkten (je 2 Siege = 7 und einmal 2. Platz = 5; für den 3. Platz gab es 3 und den 4. Platz noch 1 Siegpunkt, da immer ein Vierertisch zusammengelost werden musste). Entschieden haben dann die Siegpunkte, nach denen Sarah mit 131 Siegpunkten vor Klaus mit 118 und Erika mit 117 Punkten siegte.
Ein Sonderpreis "eingesetzte Aktionskarten" ging an Tobias, der mit 51 Karten einen Schnitt von 14 Karten pro Spiel verwendete, Zeichen dafür, dass der Spaß am Einsatz der Karten doch noch gegeben ist und nicht der "effektivsten Gewinnstrategie" zum Opfer fällt.
Fazit: Vorgegebene themenbezogene und phantasievolle Decks erhöhen bei den SpielerInnen den Reiz und die Spannung. Die Erwartung, welches Szenario einen im nächsten Spiel erwartet, bringt prickelnde (Turnier-) Atmosphäre, die die Zeit nicht lang werden lässt, auch bei mehrmaligem Spielen des gleichen Spiels. Es ist halt letztlich durch die unterschiedlichen Karten doch immer wieder ein anderes, neues Spielerlebnis! Die Teilnehmer des Turniers hatten wenige Regelfragen, was für die "Erklärungskraft der Karten" spricht. Einige hatten noch nicht mit allen der im Turnier angesprochenen 30 Karten des "Grundspiels" (ohne Gesandter und Schwarzmarkt) gespielt. In allen Spielen konnten sich die Teilnehmer schnell auf die Auslegung selbst von "fremden" Karten einigen. Die befürchtete Dominanz der Effektivstrategie - wenige Aktionskarten und Geldwechsel um jeden Preis - blieb in den Spielrunden des Turniers zwar aus, führt aber öfter zum Erfolg. Das einzige Manko eines tollen, mit reißenden Spiels.
Noch ein paar Stunden Schlaf - der gezwungenermaßen und bedauerlicher Weise die Netto-Spielzeit des verlängerten Pfingstwochenendes reduzierte, hieß es auch schon wieder Abschied nehmen.
Dienstag, 11.00 Uhr: Der letzte Pöppel ist verpackt, alle Turniertabellen geschreddert (damit niemand mein Abschneiden im Dominion-Turnier nachverfolgen kann) und auch das 376. Spiel noch im Auto verstaut. Es geht im Tross wieder nach Hause. Dort, auf dem Spielespeicher im FrESch erwartet die fünf TeamerInnen noch ein Saunabad. Bei gefühlten 75 Grad gilt es, die Spiele verlagsweise wieder alle in die Regale zu sortieren. Nach zwei Stunden ist auch das geschafft - und der Alltag hat uns wieder - SCHADE!
Der Bericht ist eine Gemeinschaftsproduktion des Pfingst-Teams
Fotos: Roland u. Jasmin Hülsmann, Franz-Peter Eicke